Freitag, 30. September 2011

Büschrah fährt blaues Taxi

oder auch „die haarigen Biester drehen auf“ - mehr fällt mir in diesen Tagen echt nicht mehr ein …

11 Uhr : Das Telefon im Büro einer über die Grenzen der Kleinstadt hinaus bekannten Schulsekretärin in der Anstalt für Irre klingelt und eine Stimme von so gekünstelt gekränkter Art vermeldet mir, dass sie krank sei – komisch, - Mädel, ich erkenne dich mittlerweile sogar schon an der Telefon-Nummer, warst du bisher 3 oder 4 Mal in der Schule * grübel*. Die Frage nach dem mittlerweile notwendigen Attest bis 10 Uhr wird schon traditionell gestellt und Büschrah verkündet mir, dass der Arzt aus technischen Gründen keine Atteste ausstellen kann, - ok Kind, dann bekomm ich halt ärztliche Bescheinigungen von dir, - ja, da muss sie dann mal weiterfragen. Ist doch alles kein Problem, - eine polizeiliche Zuführung zur Schule hatten wir ja lange nicht mehr, ich bestell mal das blaue Taxi für Büschrah für nächste Woche und teile ihr das mit. Was für ein Mist mit der Schulpflicht – wäre der erste tatsächliche Schultag bei uns maßgeblich oder hätte Büschrahs Mutter das Kind genau 3 Tage vorher zur Welt gebracht, dann hätten wir ein Problem weniger, aber die Welt ein Problem mehr. Falls die Familie nicht auf Zwangsverheiratungen steht, dann kann der spätere vermutlich islamische Mann sich das Kind nicht einmal schön trinken – wie gemein.

11:15 Uhr : Dat hyperaktive Betty vermisst ihre 'beste Freundin' (davon hat sie 600 in Facebook wie sie der Polizei später mitteilen wird), die „bestimmt vom Vater in das Heimatland abgeschoben werden soll“, dass weiss Betty aus erster Hand – und der Vater hat Betty und 3 weitere Mädchen sogar bedroht *grusel* - auf dem vollbesetzten Schulhof und keiner hat was mitbekommen. OK, 11:40 Uhr – Polizei und Jugendamt legen eine Eilsitzung in der Anstalt ein und um 11:50 Uhr ist klar, dass die Freundin weder abgeschoben noch sonstwas ist sondern einfach nur eine Ausbildung macht und dieses Betty nicht mitgeteilt hat.

Neuer Tag – neues Glück

Büschrah ist zwangsweise mal aufgetaucht – ohne ärztliche Bescheinigung, denn der Arzt ist jetzt auch krank *gg*. Wir freuen uns, denn immer nur Bußgelder verhängen finden wir total langweilig und die Herren von der Polizei sind echt nett.

Dafür kann Mähmät immer noch nicht lesen und wir lesen ihm nichts mehr vor – nur noch 3 – 3 Stunden ohne Attest und Mähmät wird uns verlassen, ich bin sehr traurig.
Die Trauer hält nicht lange an – Mähmäts Amtskollegen lassen es mal eben ordentlich scheppern und benehmen sich nicht so wirklich ladylike – jetzt sind sie zusammengefaltet, abgemahnt und haben die erste ziemlich dunkelrote Karte (aber eine ohne SU-Medallion) an der Akte.

Es ist Mittag – und die Tür geht auf. Richtig – ihr ahnt es schon, Betty hat mal wieder ein Mitteilungsbedürfnis und diesmal weiss sie aus allererster Hand, dass sich gleich die Nazis und die Punks im Bahnhof unter Einsatz von Waffen aus einer illegalen Waffenlieferung einen Kampf im Bahnhof der Kleinstadt liefern werden *grusel*, die Mundwinkel meines Chefs und auch meine gingen in eine, der Situation nicht angemessene Richtung und wir kämpften etwas gegen das laute Rausprusten an. - Zur Verstärkung wurde Igor von Kauffix angefordert (auch aus Facebook und auch Schüler der Anstalt), ich ahne, warum ich die Durchsage machen durfte, der Nachname war für unseren Sprachgebrauch nicht zwingend aussprechbar. Die Tür geht auf und Igor erscheint – wer einmal einen usbekischen Punker benötigt, der wende sich vertrauensvoll an mich, ich hätte da einen an der Hand, vermutlich hat er seine Gesinnung aber noch nicht wirklich lange, da fehlte mir irgendwie Farbe und ein ordentlicher Haarschnitt auf dem Kopf. - Zumindest kann ich sicher sagen, dass ich bei Kauffix in Filiale Nirgendwo so schnell nicht einkaufen gehe – den Anblick an der Supermarktkasse und nicht nur meine Mutter würde schreiend das Geschäft verlassen, mir wären die Einkäufe vermutlich sogar egal, wenn ich nichts mehr im Haus hätte.
Igor verkündete dann, dass mein Chef die 'Bullen' nicht einladen müsse, seine Freunde aus Köln wären schon auf dem Weg. Umso besser, die Polizei ist informiert, aber die hatte gerade Mittag – die kann die Herren verstehen …

Und dann war Wochenende – Kinders, langes Wochenende – wir haben es uns verdient.

Bis dahin in diesem Theater


Kommentare:

blauer Mohn hat gesagt…

Nichts ist schlimmer als Langeweile bei der Arbeit - da sind wir uns doch einig?! - Schön, dass du davon verschont bist ... so kann man's ja auch sehen *gg*
Aber allzuviel des ´Guten` ist sicher manchmal wirklich zu viel.

Ulla hat gesagt…

Ich dachte gerade auch, boah, da ist ja richtig was los im Büro! Nicht so langweilig wie bei mir ;o)

LG Ulla

Angela hat gesagt…

Hach Strolchi,ich liebe Deine Berichte aus der Anstalt.Ich habe hier schon wieder Pipi in den Augen vor lauter lachen.Obwohl Dir bestimmt nicht immer zum lachen ist,bei so viel geballter Intelligenz.
Wünsche Dir ein schönes langes WE und sende Dir ganz liebe Grüße
Angela

Anonym hat gesagt…

Eigentlich liebe ich deinen Blog wegen der tollen Karten - uneigentlich warte ich sehnsüchtig auf neue Berichte aus der Anstalt..., hach war der wieder gut!
Und noch eine Frage: schwätzen die Bü´s und MÄ´s das Ganze mit leicht ausländischem Dialekt in köllsch?
Ich glaub´wenn du mit "Ja" antwortest mach ich mir in die......!
Denk dran "Et hat noch immer jut jang.. bi mer ooch in der Ääfel sööt!
Herzliche Grüße von einer sonst eher stillen, heute aber laut lachenden Leserin
Hanni

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