Montag, 4. März 2013

Ich schleck dir die Öhrchen mein Hase



oder die Wahrheit über eine Reise nach Fuldatal
 
Sicher hat die ein oder andere von euch schon überlegt, wie das große Hühnerhoftreffen nur wirklich war – ich will es euch berichten! Seid bitte nicht enttäuscht, dass ich mich heute kurz und zusammengefasst über die Ereignisse äußern möchte, lange Erfahrungsberichte aus der Selbsthilfegruppe für untherapierbare Stempler mag sicher niemand von euch lesen.

Dies war ein Scherz – ich kann mich nicht kurz fassen und schon gar nicht über ein 2tägiges Treffen, auch wenn die Omi nicht kommen konnte und ich sie mehr als schmerzlich vermisst habe, aber es gab auch keine Spinnen im Zimmer, das wäre bestimmt eine sehr langweilige Nacht geworden.

Samstag morgen – der Wecker klingelt Sturm, aber wer benötigt an so einem Tag schon einen Wecker, ich war direkt hellwach *scherz* und nach einer kräftigen Dusche dann wirklich munter, denn schließlich lagen 3 Stunden Fahrt vor mir – ein Distanz, die ich eher selten alleine fahre. Obwohl alleine war ich nicht – schließlich waren Frau Susi als Verkehrsfachfrau und Frau Muse als seelischer Kreativbeistand am Wochenende mit an Bord. Nach einigem Gepolter, dass den Herrn des Hauses in einen Zustand versetzte, dass er sehr froh war, als ich endlich das Haus verlassen habe. Die Hasenkinder leckten und schleckten sich gegenseitig die Ohren, denn wenn Frauchen „bis morgen Abend meine Süssen“ sagt, dann kann da was nicht stimmen.

So fuhren wir los – die Uhr zeigte 7:10 an.
Nach etwa 1 Kilometer auf der Autobahn passierte genau das, was in der Regel immer passiert – Frau Muse quengelte, ihr wäre langweilig, sie müsse mal aufs Klo und fragt mich nicht nach Sonnenschein, der ganz normale Wahnsinn halt. Nein, ich habe Frau Muse nicht ausgesetzt, (obwohl der Weg noch durchaus in einer normalen Flugzeit heimwärts erreichbar gewesen wäre) und bin konsequent weitergefahren.
Der Murmel-Urmel fand seine Geburtstagsfahrt einfach himmlisch und so kamen wir wirklich gut vorwärts und unmittelbar auf der A44 haben wir eine kleine Pause eingelegt, denn nun wurde Frau Muse richtig giftig und drohte damit, in die Stempelkissen-Box ein Bächlein fließen zu lassen, das alle Kissen unmittelbar und sofort verwässern würde – das war natürlich ein Argument. Nach der Erledigung der kleinen Geschäfte, eines Rauchopfers zum Testen der Außentemperatur und der Abfütterung des fahrendes Raubtiers fuhren wir weiter und das brachte Frau Susi auf den Plan: Wenn möglich bitte wenden, sie erreichen ihr Ziel in 648 Kilometer, geschätzte Uhrzeit 17:48 Uhr. Ihr ahnt, da war was falsch gelaufen, aber nicht bei mir – vermutlich gibt es irgendwo kurz vor Österreich noch ein Simmershausen, ich weiss es nicht. OK, ich bin einfach stur weitergefahren und irgendwo fand Susi dann den Weg auch für sich wieder. Die Straße war frei und *hüstel*, ich kenne jetzt auch die relativ mögliche Höchstgeschwindigkeit meines Autos und ehrlich, ich habe es genossen, zumindest auf NRW-Seite, denn in Hessen wurde die Bundesstraße so, wie man in NRW einen Feldweg vor der Komplettsperrung bezeichnen würde, zumindest stellenweise. Gegen 10:15 Uhr kam ich endlich in Fuldatal an und nach kurzer herzlicher Begrüßung und Ausräumen des Autos konnte es auch losgehen. Mona hatte mir praktischerweise einen Platz freigehalten, denn ich hatte eigentlich alles in den Taschen, was sie vergessen durfte und wir wollten uns auch einmal schön die Finger schmutzig machen beim Strolchenschmaddern in wunderbarster Form. Ich verrate euch, die Finger waren dezent schmadderig und die Karten richtig toll – und *wimperklimper* Schmadderkarten sind ansteckend und irgendwann haben wir Elke und Aussie auch infiziert.

Gelacht haben wir viel, ich befürchte soviel, dass ich sicher, dass ich die Hälfte aller Sprüche schon wieder vergessen habe – kein Wunder, wo ich ja auch so schüchtern und zurückhaltend bin, nicht wahr.

Annel hatte das komplette Programm für uns vorbereitet, eine Beispielkarte schöner als die andere und versuchte uns das Brayern beizubringen. Oftmals war es sehr mit Erfolg gekrönt, aber bei mir lag das zur Zeit noch nicht zeigbare (Un-)Talent ganz sicher an den türkisfarbigen Stempelkissen, die sich mit einer Leidenschaft auf die Finger und nicht aufs Papier gesetzt haben. Vor allem hab ich bekanntlich so viel Talent in mir, dass ich gepflegt eine Runde Yoga einlegen konnte, in diesem Fall der meditierende Strolch in der Sonne, denn diese schien herrlich und war traumhaft anzusehen.

Gegen Abend ging es zum Einchecken in die Pension – Mona war so nett und hat mir meine Tasche getragen *smile* und nach kurzem Einzug ins Zimmer konnten wir uns schon auf den Weg zum Abendessen machen, nicht ohne den Charme des Treppenhauses im Stil der 50er-Jahre zu bewundern, ein Hauch von Gelsenkirchener Barock in kleinen Fliesen mit Botanik auf Stein gemaltem Aquarell in Barock gerahmt, kein Angst, es hatte was anheimelndes und die Zimmer waren durchaus modern. Kallis Warnung, dass die Schnitzel unmittelbar auf die Hüfte wandern würden kann ich bis heute nicht verstehen – ich gucke stündlich an mir runter, aber da ist kein Schnitzel, echt nicht. Eine amüsante Hinfahrt in Dagis schickem Auto mit Grilltemperatur im Sitz und hin zum Restaurant. Es war ein vergnüglicher Abend und da war er plötzlich – der Strolchenzwilling im Geiste und dazu noch mit Löckchen *verliebtguck*. Schnell stellten wir fest, dass wir auch eine Liebe zu Langohren teilten und so wurden schöne kleine Hasengesichten ausgeteilt – natürlich nicht nur Hasengeschichten, sondern ich musste als vermutlich einzige Katholikin am Tisch erklären, warum der Papst nicht mehr Papst sein wollte, wie die Wahl des neuen Papstes der Welt gezeigt wird (die Lösung fand ich später, nicht nur mit schwarzem oder weißem Rauch, man könnte den Rauch eigentlich auch mit Distress-Nachfüllern einfärben, das würde die Sache doch viel fröhlicher machen – so nach dem Motto „Spiced marmalade im Rauch bedeutet, die Hälfte der Wahlberechtigten gerade eingeschlafen ist“) und so verging der Abend leider viel zu schnell!

Da der Tag lang war und eine kleine Gruppe noch Sitzfleisch hatte, beschlossen wir mit Monas Citrönchen incl. Panorama-Dach die Heimfahrt anzutreten. Am Auto angekommen stellten wir fest, dass wir mathematisch einen kleinen Haken an der Sache hatten, den wir nicht eingerechnet hatten. Wir waren 6 Hühner, aber es gab nur 5 Sitzplätze *kreisch*, aber die Schüler in den neuen Bundesländern waren schon immer mathematisch flexibler als wir und so lautete die Losung „leg dich quer drüber und halt die Klappe“. Weil ich ja ein braver Strolch bin, habe ich diese Anweisung befolgt und musste mir von Elke noch anhören, dass ich mein Schnitzel doch bitte anderweitig um die Hüfte verteilen sollte, eine Frechheit, denn Aussie hatte sich noch über meine spitzen Knochen beschwert. Einzig und alleine Nelke beschwerte sich nicht, sondern hielt brav mein Köpfchen während der Fahrt, ich fühlte mich sehr geborgen. Alleine das Aussteigen wollte sie rabiat erledigen und mich *doppelkreisch* an meinen zarten Strolchenhinterpfötchen ernsthaft aus dem Auto herausziehen – ich habe es überlegt, aber wo war der Hase, der meine Ohren lecken wollte.

Der nächste Morgen brachte eine Überraschung – was war das für ein weißes Zeug, dass vor dem Fenster lag und warum fiel das weiße Zeug vom Himmel – wir hatten doch tags zuvor noch Frühling. Es blieb nicht liegen *gsd*, mein böser Blick hat es vertrieben *find*. Eine Überraschung der positiven Art war dann aber, dass mein Löckchen tatsächlich zum Stempeln vorbeikam, mein Leben und auch Frau Muse hatte eine Herausforderung der besonderen Art Sicher können wir sagen, dass wir nach Art des Hasens im Gedanken oft gegenseitig die Öhren geschleckt haben, denn wir waren liebevoll sehr nett zueinander, den Rest hat Frau Muse locker gemeistert, so dass Silke-Löckchen auch brauchbare Ergebnisse vorweisen konnte und ehrlich – sie hat Talent, auch wenn sie das nicht hören wollte.

Leider ging der Vormittag viel zu schnell vorbei und schon mussten wir die Rückfahrt antreten.

Besondere Vorkommnisse gab es kaum, allerdings war die Rückfahrt viel trauriger als die Hinfahrt, denn Frau Muse schlief den Schlaf der gerechten Muse und mein Gefühl war trauriger, weil ein wunderbares Wochenende viel zu schnell vorübergegangen war. Frau Susi machte zwischenzeitlich wieder einen ihrer netten gedanklichen Schwenker und wollte mich via Düsseldorf nach Köln schicken, aber auch hier blieb ich standhaft, die mag mir viel erzählen, aber alles glaube ich ihr dann doch nicht. Ich frage mich nur, ob die anderen Emils, Ottos, Hildes und Erikas evtl. an gleicher Stelle den gleichen Aussetzer hatten, denn einige PKW mit Kölner Kennzeichen fuhren ernsthaft an dieser Stelle in die verbotene Stadt.

So, wer bis hierhin durchgehalten hat, dem danke ich für seine leserische Geduld, kurz ist anders, aber dann wäre es auch kein Strolchenbericht. Und ich habe ganz sicher die Hälfte vergessen, das sei gewiss.

Mein Dank geht an die Teilnehmerinnen vom Treffen – es war einfach nur schön mit euch und mein dickster Knuddel geht an die Omi, die beim nächsten Mal mit ihrer Anwesenheit für noch mehr Erheitung und Sonnenschein in meinem Herzen sorgen wird.
Und der allergrößte Dank geht an Kalli, Annel und Annek für die tolle Vorbereitung dieses gelungenen Wochenendes.
Und zum Schluß danke ich noch dem Murmel-Urmel für Tempo X und natürlich Frau Muse, die mich zu Karten inspiriert hat, die ihr in den nächsten Tagen sehen dürft.

Und übrigens - die Hasen und Herrchen kamen offensichtlich bestens miteinander aus, es gab keine sichtbaren Spuren der Jagd vom Auslauf in den Käfig und der Blick zum Herrchen Marke *Wer sind sie, was wollen sie, wo ist unser Frauchen* hatte sich heute morgen in ein beleidigtes *wer sind sie, was wollen sie, wir wollen das Herrchen zurück* gewandelt.


Kommentare:

Ulla hat gesagt…

Lach, Herrlich sind Deine Berichte immer wieder. Ich hatte viel Spaß beim Lesen und war auch ein klitzekleines bisschen neidisch.
LG Ulla

Karin hat gesagt…

Liebes Strolchilein, vielen Dank für Deine wunderbare Kurzgeschichte, so ist es ja ein bisschen als ob man dabeigewesen wäre!!

stempelomi hat gesagt…

Oh wie schön .Das war jetzt fast als wäre ich dabei gewesen


Knuddels Beate

Dagi hat gesagt…

Grilltemperatur im Sitz? Tz, Du bist einfach nur zu empfindlich am Popöchen! Lass Dir da auch mal schützende Locken wachsen *gg*
Strolchi, vielen lieben Dank für den herrlichen Bericht!!!

Kalli hat gesagt…

köstlich Schätzelein, ich habe mich auch lange nicht mehr soooooooooo amüsiert. Du bist echt der Knaller und mit Locke 2 unschlagbar....

Katja hat gesagt…

Herrlich, ein toller Bericht über unser Treffen. Ich habe köstlich gelacht. Und ich habe mich auch sehr gefreut, Dich wiederzusehen. Laß Dich nochmal umarmen.

Liebe Grüße, Katja

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